UEG Week 2026: Antibiotikaeinnahme seit der Kindheit steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für IBS im jungen Erwachsenenalter

18.10.2026

BARCELONA, Spanien, 18. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Die Einnahme von Antibiotika von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter ist laut einer neuen Studie, die heute auf der UEG Week 2026 vorgestellt wurde, mit einem erhöhten Risiko für das Reizdarmsyndrom (IBS) im Alter von 24 Jahren verbunden, wobei das Risiko mit steigender Anzahl der Antibiotika-Verordnungen zunimmt.

Die Forscher analysierten Daten von 2.853 Teilnehmern der schwedischen BAMSE-Geburtskohorte. Die Daten zu den Antibiotikaverordnungen wurden dem Schwedischen Register für verschreibungspflichtige Arzneimittel entnommen und umfassten den Zeitraum von 2005, als die Teilnehmer 9 bis 11 Jahre alt waren, bis ein Jahr vor der Erhebung zum IBS im Alter von 24 Jahren.

Im Alter von 24 Jahren litten 10,0 % der Teilnehmer an IBS. Der Einsatz von Antibiotika war bei denjenigen mit IBS häufiger: 87,8 % hatten Antibiotika erhalten, verglichen mit 80,2 % derjenigen ohne IBS. Nach Berücksichtigung von Geschlecht und sozioökonomischem Status der Familie war das Risiko für IBS bei denjenigen, die Antibiotika erhalten hatten, 1,5-mal so hoch (95 % KI 1,0–2,2) wie bei denjenigen, die keine erhalten hatten.

Das Risiko für IBS stieg mit der Anzahl der Antibiotika-Verordnungen. Im Vergleich zu denjenigen, die keine Antibiotika erhielten, wiesen Teilnehmer mit einer oder zwei Verschreibungen ein 1,3-fach höheres Risiko für IBS auf (95 % KI 0,9–2,0); dieses stieg bei drei bis fünf Verschreibungen auf das 1,6-Fache (95 % KI 1,0–2,4) und bei sechs oder mehr auf das 1,7-Fache (95 % KI 1,1–2,6).

Bei der Untersuchung der Antibiotikaklassen blieben Tetracycline und Cephalosporine auch nach Bereinigung um Geschlecht und sozioökonomischen Status der Familie signifikant mit einem höheren Risiko für IBS assoziiert. Jede Einnahme von Tetracyclinen war mit einem 1,4-fachen (95 % KI 1,1–1,8) Risiko für IBS verbunden, während drei oder mehr Verschreibungen von Cephalosporinen mit einem 6,0-fachen Risiko (95 % KI 1,9–18,8) assoziiert waren.

Zwar untersuchte die Studie nicht, warum die Einnahme von Antibiotika mit IBS assoziiert war, doch eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang liegt im Darmmikrobiom. Die Hauptautorin Dr. Jessica Sjölund erklärte: „Frühere Studien haben gezeigt, dass Antibiotika das Darmmikrobiom verändern können. Da davon ausgegangen wird, dass Veränderungen des Darmmikrobioms bei IBS eine Rolle spielen, könnte dies ein Mechanismus sein, der dem beobachteten Zusammenhang zugrunde liegt."

Mit Blick auf die praktischen Implikationen der Ergebnisse betonte Dr. Sjölund die Notwendigkeit, die unverzichtbare Rolle von Antibiotika mit einer umsichtigen Verschreibungspraxis in Einklang zu bringen. „Antibiotika sind nach wie vor eine wichtige Behandlungsmethode bei bakteriellen Infektionen, und unsere Ergebnisse sollten nicht davon abhalten, sie einzusetzen, wenn sie benötigt werden. Vielmehr unterstreichen sie die Möglichkeit langfristiger Auswirkungen durch wiederholte Einnahme und liefern weitere Gründe dafür, unnötige Antibiotikaverordnungen zu vermeiden."

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Wissenschaftspakt zahlt sich aus: Rhein-Main- und Ruhr-Verbund rücken auf

08.10.2026

Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern stellt die Weichen für die nächste Förderperiode – und verschiebt die Gewichte im deutschen Wissenschaftssystem. Zu den bundesweit fünf neuen Exzellenzstandorten gehören die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die sich als Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) durchgesetzt haben. Ebenfalls erfolgreich waren in Nordrhein-Westfalen die Universität zu Köln sowie der Verbund Ruhr Innovation Lab aus TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum.

Für Hessen ist die Entscheidung ein Durchbruch: Erstmals tragen Universitäten des Landes ab 2027 den Titel „Exzellenzuniversität“. Die RMU-Allianz erhält nach Angaben des hessischen Wissenschaftsministeriums über sieben Jahre eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro, finanziert zu 75 Prozent vom Bund. Wissenschaftsminister Timon Gremmels spricht von den ersten Exzellenzunis in Hessen und zugleich vom ersten länderübergreifenden Verbund in der Exzellenzstrategie. Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnet den Titel als Meilenstein für die Forschungslandschaft des Landes. Ein mittelhessischer Verbund aus den Universitäten Gießen und Marburg blieb im Wettbewerb dagegen ohne Erfolg.

Auch Nordrhein-Westfalen stärkt seine Rolle als Hochburg der Spitzenforschung. Neben der Universität Köln, die den begehrten Status nach einer früheren Förderphase von 2012 bis 2019 zurückerhält, steigt der Verbund aus TU Dortmund und Ruhr-Uni Bochum als Ruhr Innovation Lab in den Kreis der Exzellenzuniversitäten auf. Nach Angaben des Düsseldorfer Wissenschaftsministeriums baut das Land damit seine Führungsposition aus. Die Universität Bonn und die RWTH Aachen hatten ihren Exzellenzstatus bereits im Frühjahr verteidigt, sodass NRW künftig mit vier Standorten vertreten ist. Ministerpräsident Hendrik Wüst wertet dies insbesondere als Signal für die internationale Sichtbarkeit des Ruhrgebiets als Wissenschafts- und Innovationsstandort.

In Bonn gaben Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs als Vize-Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) neben den Standorten in Hessen und NRW auch die Universitäten Freiburg und Jena als neue Exzellenzunis bekannt. Für Einzeluniversitäten sieht das Programm Fördermittel von bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr vor, bei Verbünden wie der Rhein-Main-Allianz oder dem Ruhr Innovation Lab können es bis zu 28 Millionen Euro sein. Damit wächst die Riege der Exzellenzuniversitäten, deren bisher neun Standorte – darunter Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, München, Tübingen sowie die Berlin University Alliance – ihre Förderung bereits im Frühjahr um weitere sieben Jahre verlängert hatten. Der Titel ist jeweils an regelmäßige Überprüfungen der Fördervoraussetzungen geknüpft.