Deutsche Beteiligungs AG erwirbt weitere 20.000 eigene Aktien

13.04.2026


Die Alzchem Group AG setzt ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm rund um die diesjährige Hauptversammlung vorübergehend aus, während die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ihren Rückkauf eigener Aktien planmäßig fortführt. Damit zeigen zwei SDAX-notierte Gesellschaften unterschiedliche Taktungen im Management ihrer Kapitalmarktprogramme – beide gestützt auf den regulatorischen Rahmen der EU-Marktmissbrauchsverordnung.

Alzchem unterbricht das mit Ad-hoc-Mitteilung vom 15. Dezember 2025 angekündigte Rückkaufprogramm in der Zeit vom 30. April bis einschließlich 8. Mai 2026. Grund ist die ordentliche Hauptversammlung am 5. Mai 2026. Das Unternehmen mit Sitz in Trostberg will mit der Pause sicherstellen, dass eine von der Hauptversammlung 2026 möglicherweise beschlossene Dividendenzahlung zuverlässig abgewickelt werden kann. Die zeitweilige Unterbrechung erfolgt im Einklang mit Art. 5 der Verordnung (EU) 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052, die unter anderem Safe-Harbour-Regeln für Aktienrückkäufe definieren.

Die Deutsche Beteiligungs AG verfolgt derweil eine andere Phase ihres Programms. Das Frankfurter Private-Equity-Haus hat im Zeitraum vom 6. bis einschließlich 10. April 2026 insgesamt 20.000 eigene Aktien über die Börse erworben. Grundlage ist ein laufendes Aktienrückkaufprogramm, das am 26. Februar 2025 bekannt gemacht und mit Mitteilung vom 2. März 2026 bis spätestens 31. Juli 2026 verlängert wurde. Seit dem Start des Programms am 3. März 2025 hat die Gesellschaft damit insgesamt 693.800 Aktien zurückgekauft. Die Transaktionen werden ausschließlich über ein von der DBAG beauftragtes Kreditinstitut abgewickelt; detaillierte Angaben veröffentlicht die Gesellschaft auf ihrer Investor-Relations-Seite.

Beide Maßnahmen verdeutlichen, wie Emittenten ihre Spielräume innerhalb der europäischen Regulierung nutzen, um Aktienrückkäufe mit anderen Kapitalmarktentscheidungen zu verzahnen. Während Alzchem den Fokus kurzfristig auf eine reibungslose Dividendenabwicklung rund um die Hauptversammlung legt, setzt die Deutsche Beteiligungs AG ihre Rückkäufe im Rahmen des bis Ende Juli 2026 laufenden Programms fort und erhöht damit kontinuierlich den Bestand eigener Aktien.

Peter-Thiel-Beteiligung an Drohnen-Start-up entfacht politische Debatte in Berlin

13.04.2026


Die Bundeswehr treibt ihre Drohnenaufrüstung mit hohem Tempo voran und stellt die geplante Brigade in Litauen in den Mittelpunkt der Beschaffungen. Kern des Vorhabens ist der großflächige Einsatz sogenannter Loitering Munition, im Militärjargon häufig als Kamikaze-Drohnen bezeichnet. Diese bewaffneten Flugkörper kreisen über einem Zielgebiet, bis ein Operator den Angriff freigibt und die Drohne entweder eine Sprengladung abwirft oder sich selbst auf das Ziel stürzt. Ziel der Bundesregierung ist es, die Systeme als neue Schlüsselfähigkeit zu etablieren und sie bis 2027 an der NATO-Ostflanke einsatzbereit zu machen.

Über den Haushaltsausschuss des Bundestags soll in Kürze ein weiterer Milliardenauftrag an den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall gebilligt werden. Bereits zuvor waren erste Tranchen an die deutschen Start-ups Helsing aus München und Stark Defence aus Berlin vergeben worden. Nach Angaben von Nachrichtenagenturen beläuft sich der Umfang dieser ersten Verträge zusammen auf rund 536 bis 540 Millionen Euro, wobei der ursprünglich größere Finanzrahmen politisch gedeckelt und an zusätzliche parlamentarische Kontrolle geknüpft wurde. Insgesamt rechnen alle drei Unternehmen – Helsing, Stark Defence und Rheinmetall – mit Aufträgen in Höhe von jeweils mehreren Hundert Millionen Euro mit Erweiterungsoptionen in den Milliardenbereich.

Die militärische Logik hinter dem Projekt speist sich maßgeblich aus den Erfahrungen des Ukraine-Kriegs, in dem Drohnen das Gefechtsfeld zunehmend prägen. Die Bundeswehr sieht in Loitering Munition ein Mittel, Ziele auf größere Distanz zu bekämpfen, ohne eigene Soldaten direkt zu gefährden. Die Systeme sollen unterschiedliche Einsatzprofile abdecken, technologische Konkurrenz zwischen mehreren Anbietern sichern und zugleich die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern reduzieren. Helsing liefert mit dem katapultgestarteten Modell HX-2 ein System, das laut Unternehmensangaben Ziele in großer Entfernung angreifen kann; Stark Defence wirbt für sein System „Virtus“ mit hoher Reichweite und KI-gestützter Technologie. Die Drohnen sollen zudem so ausgelegt sein, dass sie gegen elektronische Störmaßnahmen robuster werden.

Politisch bleibt die Aufrüstung dennoch umstritten. Berichte über Probleme bei der Treffsicherheit in früheren Tests nähren Zweifel an der Leistungsfähigkeit einzelner Systeme. Zusätzliche Brisanz erhält das Projekt durch die Beteiligung des US-Investors Peter Thiel an Stark Defence. Thiel, der in den USA als Unterstützer des früheren Präsidenten Donald Trump gilt, hält einen Anteil im einstelligen Prozentbereich. Kritiker im politischen Raum hatten Fragen nach Einflussmöglichkeiten und sicherheitspolitischer Sensibilität der Beteiligungsstruktur aufgeworfen. Das Verteidigungsministerium verweist hingegen darauf, dass Thiel nach bisheriger Darstellung keinen Zugriff auf kritische Unternehmensentscheidungen habe und sieht die wesentlichen Bedenken als adressiert an. Die Bundesregierung hält damit an ihrer Linie fest, die Fähigkeiten der Bundeswehr in Litauen trotz offener Diskussionspunkte zügig auszubauen.